Winfried Sobottka an UNITED ANARCHISTS 2013-04-18

Liebe Leute,

Gern würde ich etwas Schönes schreiben, doch ich kann es nicht. M.E. wurde der Schuss noch längst nicht gehört.

Seht Euch die Seite 7 in der folgenden PDF-Datei an:

http://dokumentenblog.files.wordpress.com/2013/04/2013-03-04-stellungnahmen-fortsetzung-unterbr-sta-bkh.pdf

dann wisst Ihr, worauf man eingerichtet ist: Justizielle Massenverwaltung von Unterbringungsangelegenheiten mit minimalem Arbeitsauswand. Der Psychiater sagt, es müsse weiterhin untergebracht werden, die StA übernimmt das als eigene Stellungnahme binnen 5 Minuten unter Verwendung eines Formulares, auf dem fast nur noch anzukreuzen ist, im schriftlichen Verfahren nickt dann auch noch das Gericht ab. Dass es im Fall Mollath eine Anhörung gibt, ist eine Ausnahme, und sie findet nicht einmal öffentlich statt.

Auf der anderen Seite?

Gabriele Wolff, Oliver Garcia usw. usf. weisen immer wieder darauf hin, ebenso wie Jürgen Roth, dass es „natürlich keine große Verschwörung gebe“.

Richter Heindl war genau aus dem Grunde zurückgedrängt worden, weil er da offensichtlich anderer Meinung ist – doch nun gehört er plötzlich wieder zum Unterstützerkreis.

Die fundamentalen Fehler sind:

  1. Die große Verschwörung wird bestritten, ohne dass Argumente zur Untermauerung dieser Position genannt werden, aber sie wird von Leuten bestritten, die eine Wortführerschaft auf Seiten der Kritiker genießen. Ich behaupte, dass es die große Verschwörung gibt, und ich behaupte, dass man nicht wirksam gegen sie angehen kann, wenn man sie nicht einmal wahrhaben will oder leugnet.
  2. Es fehlt nach wie vor an Diskussionen zur Verbesserung von Strukturen und Gesetzen, nach wie vor wird nur kritisiert.
  3. Daran, dass übergeordnete Dinge eine entscheidende Rolle spielen, z.B. die aufgrund mangelnder Trieberfüllung psycho-sozial ruinierte Gesellschaft – daran denkt keiner oder wll keiner denken. Selbst kleinste Hinweise darauf werden im Beck-Blog wie auch in den Kommentarspalten der SZ unterdrückt.

Leute, so kann das gar nichts werden. Diese Schwachköpfe sind nicht einmal in der Lage, aus dem Fall Mollath etwas letztlich Gescheites zu machen. Bestenfalls werden sie ihn frei bekommen, aber sie werden nichts Grundsätzliches ändern, gar nichts.

Noch weniger ist daran zu denken, dass man mit denen den Fall Mord an Nadine O. ausfechten und für die Erzwingung politisch notwendiger Änderungen instrumentalisieren könnte. Mit denen kann man gar nichts, sie sind Pfeifen.

Das spiegelt sich auch in den Parametern wieder, an denen man den PR-Erfolg messen kann:

Artikel aus Opablog:

http://opablog.net/2013/04/13/beate-der-hat-doch-100erte-reifen-zerstochen/

Aktueller Stand der laufenden Petition im Fall Mollath:

https://www.openpetition.de/petition/statistik/freiheit-fuer-gustl-mollath

Und immer noch merken sie nichts, immer noch meinen sie, sie würden ja alles richtig machen. Das einzige, was bei denen wirklich funktioniert, ist die juristische Diskussion und die Kritik im konkreten Fall Mollath, und natürlich der Einsatz von Dr. Strate. Diese Sachen laufen exzellent, alles andere gar nicht.

Was soll ich da machen? Ich hätte schon längst wieder auf eine Menge Leute eingeprügelt, z.B. auf den Oberstaatsanwalt Manfred Lupko und viele andere, ich würde gern mit geeigneten Leuten über systematische Fragen diskutieren und gern gemeinsam mit anderen PR in ganz anderem Stile aufziehen. Doch ich sehe niemanden, mit dem ich etwas Gescheites auf die Beine bringen könnte, ich sehe nur Leute, die den Schuss noch nicht gehört haben oder subtil für die andere Seite agieren, nicht wenige Profilneurotiker unter ihnen, die einerseits geschliffen analysieren und kritisieren, die andererseits aber auch Überzeugungen mit sich herum schleppen, die sie argumentativ nicht verteidigen können, aber um keinen Preis aufgeben wollen: Profilneurotiker mit erheblichen Lebensirrtümern an Bord.

Tut mir leid, liebe Leute, aber eines ist sicher: Die Zeit ist noch längst nicht reif für vernünftige Reformen, und ich könnte mich in dieser Lage nur verschwenden.

Liebe Grüße

Euer

Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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2 thoughts on “Winfried Sobottka an UNITED ANARCHISTS 2013-04-18

    • Sie fühlen sich in ihren Wolkenkuckucksheimen nur gestört, wenn ihnen so etwas Unappetitliches wie der Fall Mollath ins Auge springt. Ansonsten gilt: “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß…”

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