Winfried Sobottka an U.A. – betreffend Prof. Müller, 2013-03-16

Liebe Leute,

Ich sehe mir einige Dinge sehr genau an, auch wenn ich derzeit wenig schreibe. Betreffend Prof. Müller sah ich mich dazu veranlasst, ein Bild zu löschen und eine Überschrift zu ändern. Prof. Müller ist nicht feige, und darum passte das entfernte Bild nicht zu ihm. Auch ist er in der Gesamtbetrachtung kein Lügner – ich denke, dass er bis vor Kurzem wirklich noch gedacht haben wird, das Justizsystem funktioniere in der überwiegenden Zahl der Fälle akzeptabel.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man relativ ahnungslos sein kann, solange man nicht wirklich Einblicke in die Rechtspraxis bekommt, die man normalerweise eben – auch als Hochschulprofessor – nicht bekommt. Schon vor Monaten sagte ich voraus, dass der Fall Mollath für viele zu einem Lernprozess werden dürfte, weil ich auch damals schon begründet davon ausging, dass Justiz und Politik sich durch Tatsachen nicht abbringen ließen, das Unrecht fortzusetzen. Sie sitzen in einer Zwickmühle – und in solchen Fällen ist deren Handeln klar: Beharren auf bisherigen Standpunkten.

Gerade damit verbessern sie natürlich den als notwendig zu erachtenden Lernprozess auf verschiedenen Seiten, so dass diese Haltung unter politischen Aspekten sogar zu begrüßen ist.

Eure Arbeit hat auch im Beck-Blog Lob gefunden:

 gruesse-von-u-a-

Schon vor Jahren schrieb ich, dass es niemals möglich sein könne, unseren Anteil an der Aufklärung betreffend Staatsverbrechen exakt zu messen, dass wir uns aber sicher kein könnten, dass der Grenznutzen unserer Arbeit positiv sei. Dass wir immer wieder laut geschrien haben, dass wir im Internet ausgesprochen offensiv agiert haben, jahrelang, hat nicht nur Aufmerksamkeit und meist spontane Ablehnung auf Seiten der Bürgerlichen erzeugt, sondern bürgerliche Leute, die unser Vorgehen und unsere Botschaften als überzogen ansahen, doch zumindest so weit „angetickt“, dass sie sensibilisiert wurden, zum Nachdenken kamen, wenn sie Ähnliches aus ganz anderen Richtungen wahrnahmen.

Diese Rolle müssen wir m.E. beibehalten, andererseits aber auch daran arbeiten, dass bürgerliche Kreise uns als vernünftige Streiter für Gerechtigkeit und Vernunft akzeptieren können. Das von mir nun gelöschte Bild betreffend Prof. Müller hätte nach meiner derzeitigen Einschätzung absolut nicht dazu gepasst, weil es ihm Unrecht tat. Ich nehme an, Ihr werdet es auch so sehen.

Liebe Grüße

Euer

Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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